Über die Kultur der Gehörlosen gibt es zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Veröffentlichungen im In- und Ausland. Je nachdem, wie Gehörlosigkeit bewertet wird, wird sie als Behinderung oder als Bereicherung in Form einer eigenen Kultur betrachtet und erlebt. Gehörlosigkeit ist daher als Abgrenzung zwischen zwei „Welten“ zu sehen: Die der Gehörlosen und die der mehrheitlich Hörenden. Die unterschiedliche Sinneswahrnehmung bzw. das fehlende oder stark eingeschränkte Hörvermögen bedingt unterschiedliche Interaktions- und Kommunikationsmuster. Durch die starke Eingebundenheit in einer eigenen kulturellen Gemeinschaft, grenzen sich Gehörlose durch eigene Bedürfnisse, Lebensumstände und ihre Gebärdensprache von der Kultur der Hörenden ab.